Anhang 9.4
Spezial-Report Christine Flender:
Musikwissenschaftliche Forschung im Internet
-- das deutschsprachige Netz

9.4.3.3 Mailinglisten

Neben der schon erwähnten deutschsprachigen musikwissenschaftlichen Diskussionsliste wurden acht weitere musikwissenschaftliche Mailinglisten subskribiert (wobei Music Theory Online aus einer Diskussionsliste und einem Newsletter besteht) und über einen Zeitraum von drei Monaten verfolgt (Tabelle 3). Zu einem Stichtag (15.8.1997) wurden die Subskribenten-Listen verschiedener internationaler englischsprachiger Mailinglisten auf den Anteil erkennbar aus dem deutschsprachigen Raum stammender Subskribenten überprüft29. Am Stichtag hatten die subskribierten Listen einen Anteil von Teilnehmern aus dem deutschsprachigen Raum, der zwischen 2,5% (earlym-l) und 8,9% (iaspm-list) lag. Die mit 1114 Subskribenten zum Stichtag größte Liste MTO-List wurde zu 4,7% von Personen aus dem deutschen Sprachraum bezogen. Die deutschsprachige musikwissenschaftliche Diskussionsliste wurde am 18.8.1997 genauer nach der Herkunft der Subskribenten aufgeschlüsselt. Hier ergab sich ein Anteil der Teilnehmer aus Deutschland von 58,4%, aus Österreich von 3,8%, aus der Schweiz von 0,94%. Erkennbar aus nicht-deutschsprachigen Ländern stammten 24,7% der Subskribenten.

Sprachbarrieren scheinen im Hinblick auf die aktive Teilnahme an der auf den verschiedenen Listen geführten Diskussionen keine sehr große Rolle zu spielen. Typischerweise werden Mailinglisten von einigen Subskribenten immer sehr intensiv genutzt, während andere die Diskussionen passiv verfolgen und die Listen nur für gelegentliche Anfragen aktiv nutzen. Daneben bilden Mailinglisten auch ein wichtiges Forum zum Anknüpfen neuer wissenschaftlicher Kontakte, die dann auf der Ebene privater E-mails fortgeführt werden. Unklar ist, auf welche Weise spätere Subskribenten von der Existenz musikwissenschaftlicher Mailinglisten erfahren, da nur wenige Linkpages im deutschsprachigen Raum auf sie aufmerksam machen. Möglicherweise geschieht dies über private Kontakte.

Randnotiz: Die Kongressankündigung für die Jahrestagung 1998 der Gesellschaft für Musikforschung (GfM) wurde zuerst am 23.7.1997 in der AMS-Liste veröffentlicht; erst ein deutscher Subskribent sandte sie dann am 25.7.1997 weiter an die deutschsprachige musikwissenschaftliche Diskussionsliste.

 

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