2.2 Begriffsbestimmung:
Von Diderots Encyclopédie
zum EncycloSpace

2.2.2 Begriffserweiterung zum EncycloSpace

Nach der kritischen Würdigung des Begriffs der Enzyklopädie, wie sie repräsentativ (und unabhängig von artistischer oder metaphysischer Spezifikation) in der Encyclopédie sich darstellt, kann man also drei Erweiterungen des Wissensraumes der Gesellschaft in Richtung Raum-Zeit-Dynamik, Inter-Aktivität und universelle Orientierung festhalten. Wir nennen einen solchermassen erweiterten enzyklopädischen Wissensraum EncycloSpace.

Bild 6 zeigt den EncycloSpace im Vergleich zur Enzyklopädie (siehe Bild 4) mit der von dort übernommenen Symbolik des Kreises.

 

Die Definition des EncycloSpace sei hier in kompakter Form präsentiert:

 

Fazit 5: Der EncycloSpace ist der topologische Corpus globalen menschlichen Wissens, welcher sich dynamisch in einer virtuellen Raum-Zeit entwikkelt, interaktiv und ontologisch gekoppelt ist an die menschliche Wissensproduktion, und welcher eine uneingeschränkte Navigation erlaubt entsprechend universeller Orientierung in einem hypermedial dargestellten Begriffsraum.

 

Wir haben diese Begriffsbildung als Arbeitsgrundlage aufgestellt aus historisch gewachsenen Perspektiven der enzyklopädischen Wissensproduktion und -verwaltung. Diese ganz allgemeine Grundlage soll im vorliegenden Bericht dem Diskurs zur Reorientierung der Geisteswissenschaften dienen. Insofern ist der Begriff eines EncycloSpace mitnichten 'ex cathedra' gemeint, sondern als Kristallisierungspunkt einer heute virulenten Diskussion um Wissensräume [114], die auch unter Termini wie "ConceptSpace", "InterSpace" usf. angesprochen werden. Es liegt aber dieser Begriffsbildung nichtsdestoweniger eine erste Kernthese des Berichts zugrunde:

KERNTHESE 1. Globalisierte Wissensproduktion und -verwaltung findet als enzyklopädische Tätigkeit interaktiv auf einem dynamischen und universell orientierten Wissens-Corpus statt, dessen Ontologie wir uneingeschränkt zu gestalten und damit zu verantworten haben.

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